Journalismus: “Quote, Quote, Frauenquote!”

Am 27. Februar 2012, in Print, von tobiasgillen

Damit das vorab klar ist: Ich habe kein Problem mit Frauen in Führungspositionen. Und auch sonst nicht, ob Männer oder Frauen, beide müssen dringend gleich behandelt werden – im Job, sowie im privaten Miteinander. Dementsprechend komme ich aber auch nicht umher, eine potenzielle Frauenquote stark zu kritisieren. “Pro Quote!” schreien nun 350 deutsche Journalistinnen, die mehr hochrangige Positionen im Journalismus übernehmen wollen. Sie begründen ihre Forderung mit der Tatsache, dass aktuell nur zwei Prozent der Chefredakteure bei den 360 deutschen Zeitungen weiblich sind. “Mindestens 30 Prozent”, fordern sie nun, also mindestens 108 Frauen an der Spitze von deutschen Printmedien.

Eigentor?

Die Frage, die sich mir nun relativ schnell aufdrängt, ist allerdings, ob es klug ist, Frauen mit einer Quote in die höheren Positionen zu hieven. Schließlich wollen die Damen doch nicht etwa eines Gesetzes wegen aufsteigen, sondern zeigen, welche Qualifaktionen sie besitzen. Die Zeiten der weiblichen Unterdrückung sind doch lange vorbei, mit einem solchen Gesetz würde man die wahren Qualitäten der Journalistinnen nur unterbuttern und ihnen erst gar nicht die Chance geben, ihre Kompetenzen unter Beweis zu stellen. Ständig würden sie das Gefühl haben, keine Akzeptanz in der Redaktion zu finden und die Kolleginnen, die ohne Quote in ihrem Job bis nach Oben aufgestiegen sind, würden Akzeptanz verlieren. Plötzlich würde es heißen: “Die da, ja, genau die. Die ist nur wegen der Quote jetzt Chefredakteurin!”. Selbst wenn die betroffenen Frauen nur den Eindruck von eben jenen Äußerungen hätten, würde dies einen enormer Einschnitt im Arbeitsleben darstellen.

Zeichen der Vergangenheit

Während die Männer also den deutschen Journalismus dominieren, muss man sich fragen, warum ist dem denn so? Sind Männer denn die besseren Führungskräfte, die besseren Journalisten? Blödsinn! Die hohe Männerquote ist doch nur ein statistisch messbares Zeichen der Vergangenheit. Da, wo man noch der Meinung war, Frauen gehören hinter den Herd, ja, genau daher rührt auch heute noch die Ansicht bei vielen männlichen Urgesteinen, Frauen seien für nicht mehr bestimmt. Es dürfte schwer werden, diese sture und zugleich dumme Ansicht aus den Emanzipationsverweigerern herauszubekommen. Sinnvoller, als eine Frauenquote zu fordern wäre ein solcher Versuch aber allemal.

Also bitte, liebe Frauen, beweist lieber eure Kompetenzen, stützt euch auf prominente Beispiele erfolgreicher Frauen. Aber eine Quote festzuschreiben, die euch letztendlich kleiner macht, als ihr seid, ist doch echt Quatsch, oder?

Bild: Gerd Altmann/AllSilhouettes.com / pixelio.de

Knallerfrauen: Martina Hill fällt knapp durch

Am 3. Februar 2012, in Fernsehen, von tobiasgillen

Eigentlich sehe ich Martina Hill (Wikipedia) immer sehr gerne. Dementsprechend gespannt war ich auf ihr neues Sketchcomedy-Format “Knallerfrauen”, dass am Freitag um 23:15 Uhr sein Debüt auf SAT1 feierte. Nachdem am Mittwoch schon “Die dreisten Drei” untergegangen waren, hoffte ich auf etwas neues, etwas frisches.

Und anfangs sah es tatsächlich danach aus, als ob Martina Hill mehr kann, als die anderen, die alten. Doch es folgten mehr und mehr Sketche, die einfach nur plump waren und nur noch unterhielten, nicht mehr aber zum lachen anregten. Das ist zwar sehr schade, mit “Knallerfrauen” reiht sich Hill damit allerdings in ein gewohntes Bild beim Sender SAT1 ein. Was einst freitagsabends bei vielen Familien als Comedyabend in den Terminkalendern fest eingeplant war, ist heute zwischen Castingshows und einem Livekonzert von einem Jurymitglied der Castingshow nur noch gut 28 Minuten Zeitvertreib, inklusive Werbung.

Es fehlt einfach etwas wirklich Neues! Eine neue Gruppe (womit nicht “Die frechen Vier” oder “Dreierpack” gemeint sind) wäre dringend von Nöten. Was waren sie schön, die tollen Comedyabende…

Aktuell steht Mark Zuckerbergs Facebook nicht nur wegen der pflichtmäßigen Profilumgestaltung in den Schlagzeilen. Auch der geplante Börsengang des Unternehens erregt viel Aufmerksamkeit. Da dachte ich mir, ich begebe mich mal auf die Suche nach Eindrücken, wie es hinter den Kulissen des zuckerberg’schen Mega-Netzwerks ausschaut. Fündig bin ich dabei unter anderem bei YouTube geworden.

Die BBC hat in der Dokumentation “Mark Zuckerberg: Inside Facebook” nicht nur den Firmengründer und Boss von Facebook grandios porträtiert, sondern auch das Arbeiten hinter den Kulissen und die Auswirkungen auf die Gesellschaft. Dabei unterhält sich Emily Maitlis mit Experten, Professoren, aber auch mit den ganz normalene Nutzern. Leider ist der Film auf das britische Königreich ausgerichtet (verständlich, ist ja nicht SPIEGEL TV, sondern BBC), dennoch bekommt man viele Eindrücke, wie es hinter den Kulissen bei Facebook so zu geht. Wer einigermaßen gut ‘british english’ versteht und 59 Minuten Zeit hat, der soll sich eingeladen fühlen, folgende Doku zu schauen:

[DER NUTZER, DER DAS VIDEO HOCHGELADEN HAT, WURDE VON YOUTUBE GELÖSCHT. DANKE DAFÜR AN YOUTUBE UND ALLE RECHTEINHABER. GRÜßE, DIE REDAKTION]

Wer auch jetzt, nach knapp 60 Minuten hinter den Kulissen von Facebook, noch nicht genug hat, der darf sich gerne eine ganz spezielle Literaturlesung der AGBs von Facebook anschauen. Lachen erlaubt!

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