Ryk Thiem und Björn Höckele erzählen für das tobiasgillen Blog von ihrem neuen Podcastprojekt. Ich muss vorab sagen: Es ist wohl das verrückteste Interview, was ich je geführt habe – Ob das an mir oder eher an den Beiden liegt, dürft ihr nun entscheiden. Lesenswert!

Ryk, du hast den sehr tollen und erfolgreichen Apple-Podcast “Apfelkasten” aufgezogen und nun vor kurzem abgegeben. Zu allererst die Frage: Warum?

Mittlerweile haben wir uns, wie bereits in der letzten Podcastfolge (http://apfelkasten.de/2011/04/14/ak39-so-long-and-thanks-for-all-the-fish/) zu hören war, dazu entschieden, dass die Seite und auch der Twitteraccount wieder an mich zurück geht. Im Grunde ist das auch die beste Entscheidung, schließlich haben alle Beteiligten auch ihre eigenen Projekte. Letztendlich wäre es ein klobiges Zweitprojekt, dass zusätzlich Zeit und Arbeit verschlingen würde. Das Projekt wird nicht mehr in seiner bisherigen Form weitergeführt. Dies liegt hauptsächlich an einem persönlichem Interessenkonflikt meinerseits, auf den ich aber nicht weiter eingehen möchte. Die Folgen werden erstmal weiter über iTunes und die Website abzurufen sein, aber es kommt erstmal nichts Neues dazu. Ich hoffe sehr, dass sich das bestehende Team irgendwann mal zusammensetzt und auf einem der anderen Projekte was Neues zu hören ist.

Mit deinem neuen Podcastprojekt “Pressrecord”, welches du zusammen mit Björn Hoeckele führst, möchtest du Neueinsteigern das Podcasterleben ein wenig näher bringen und eine Anleitung zum richtigen Podcasten geben. Wie habt ihr angefangen? Was steckt hinter dem erfolgreichen Gründer vom “Apfelkasten”?

Ryk: Ich war schon lange begeisterter Podcasthörer und wollte sowas auch immer mal machen, weil ich die Bloggerei für nicht so persönlich halte wie das gesprochene Wort. Ich habe dann erstmal einen meiner Blogs durch ein paar WordPress-Plugins Podcast-tauglicher gemacht und wild und planlos in’s Mikrofon gesabbelt. Das war einfach grauenhaft. Aber man lernt sehr viel dabei. Ich hatte während meines Studiums an der SAE auch ein wenig Schneiden gelernt, aber viel war da eigentlich nicht mehr zu machen. Ich habe es dann irgendwann doch einfach online gestellt, weil man ja erstmal anfangen muss. Bei der zweiten Folge habe ich versucht ein Script zu verwenden, das kam dann aber noch weniger authentisch rüber. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür und vor allem die Nervosität lässt nach. Mittlerweile spreche ich super gerne in’s Mikrofon und verhalte mich auch sehr natürlich und kann frei agieren. Auch wenn ich gerne meine Rhetorik noch etwas verbessern würde. Ich bin der König der “Äh”‘s und “Ehm”‘s.

Höckele: Ich habe den Chaosradio Podcast von Radio Fritz gehört. Ein Spruch von Holger “Holgi” Klein, der mich sehr belustig hat, brachte mich dazu einen Podcast anzufangen. Den habe ich dann aufgebaut ohne auch nur annähernd Ahnung zu haben. Was mich viel Schweiß, Blut und Tränen gekostet hat. Da die Resonanz nur mäßig war habe ich einen anderen Podcast versucht aufzubauen, der aber gar nicht funktioniert hat. Als ich dann Ryk kennengelernt habe ging es bergab.

Ryk: In die Podcastspähren. :D

Höckele: Das ist korrekt. Wir haben uns dann mal unterhalten, dass wir mal was auf die Beine stellen müssen. Was wir dann auch gemacht haben. Daraufhin hat Ryk dann einen anderen Podcast aus der Taufe gehoben, nämlich den Apfelkasten. Ich habe mich dann der feindlichen Übernahme beflissen, aber Ryk hat mich freiwillig eingeladen daran teilzunehmen. Irgendwann hatte ich dann die Idee einen Podcast-Workshop als Podcast zu starten.

Ryk: Wovon ich sehr begeistert war und sofort mitmachen wollte.

Wo seid ihr nun? Welches Equipment habt ihr?

Höckele: Wie ein aufmerksamer Hörer in Folge 3 (http://pressrecord.de/2011/02/26/pr003-hardware_settings/) des PressRecord.de Podcasts mitbekommen haben sollte, besteht mein Setting aus einem MacBook Pro 17″ inklusive externem 22″ Display, einem Zoom H4 als Audio-Interface an dem ein t.Bone SC600 Mikrofon mittels XLR verbunden ist. Zusätzlich dem mAudio Keystudio 49i, einer Logitech G11 Tastatur sowie der G9 Lasermouse. Ich verwende vor allem aus Bequemlichkeit den Mikrofongalgen Millenium MA2050 mit einem Poppschutz und einen Sennheiser Kopfhörer zum Monitoring.

Ryk: Ich bin mir gar nicht sicher, ob mein Equipment zu der damaligen Folge damals noch aus meinem MacBook Pro 15″ bestand oder es schon mein aktueller iMac 27″ war. Mein favorisiertes Mikrofon ist das Yeti von Blue Microphones. An dessen Standfuss habe ich noch irgendwie den K&M 23966 Popkiller XL rangefrimelt. Da das Mikro auch noch einen Kopfhörerausgang zum latenzfreien Monitoring hat, habe ich da auch direkt meine Etymotic HF3 In-Ears angeschlossen.

Wie seid ihr auf die Idee zu “Pressrecord” gekommen?

Höckele: Ist doch ganz einfach. Man braucht einfach nur mal durch die Podcasts in den verschiedenen Verzeichnissen durchzuhören. Bis auf wenige Ausnahmen ist da inhaltlich und tontechnisch so einiges im Argen.

Ryk: Und da kam der Gedanke beim Höckele auf wenigstens auf der technischen Seite etwas Hilfestellung zu bieten.

Wie arbeitest ihr? Wie entsteht eine neue Folge “Pressrecord”?

Ryk: Ich arbeite gar nicht. Ich warte darauf, dass ich Lust habe, an einem der mir zur Auswahl stehenden Termine in ein Mikrofon zu sabbeln und sage dem Höckele dann Bescheid, dass ich bereit bin. Ich brauche einfach nur in QuickTime die Aufnahme meiner Spur zu starten und per DropBox an den Höckele weiterzugeben. Der Rest ist Magie.

Höckele: *insertimpirialmarchhere* Eigentlich ist es weniger Magie als kleine Heinzelmännchen, die sich geschäftig in meinem Laptop tummeln. Was genau die machen ist mir immer noch ein Rätsel. Nächstes Thema bitte!

Wie organisiert ihr die Arbeit am Pressrecord-Podcast? Wer macht was?

Ryk: Ich mach nix, der Höckele macht alles. Ich habe aber zu Beginn irgendwas am Backend der Website rumgeschraubt. Und das Theme der Website habe ich ausgesucht.

Höckele: Hail to the Super-Rykebär! Ohne den würde nix laufen … NIX!!11elf!

Ryk: Motz hier mal nicht so rum, ich muss mir ja schließlich auch ab und an Zeit dafür nehmen. Und das ist bei meiner Faulheit gar nicht so einfach.

Höckele: Richtig. Aber immerhin bist du ja mein billiger Lohnsklave. Jetzt Klappe zu … weiterschreiben. Code, du Sau, code!

Ryk: Das ist so niederträchtig. Wer hat das Cover, die Icons und alle Designelemente entworfen und gestaltet? Höh?

Höckele: Mir doch egal. Nächste Frage.

Was würdest du dir für die Zukunft noch wünschen? Was sind die nächsten Ziele bzw. “Meilensteine”, die ihr erreichen wollt?

Höckele: Tolle Gäste, mehr Zeit, Praktikanten. Nächstes Ziel ist die Niche 11, das Podcamp in München.

Ryk: Wir werden in Zukunft auch gelegentlich Videos bzw. Screencasts einbinden. Aber das ist eine Planung, die noch nicht ganz ausgereift ist. Ich suche noch nach einer relativ einfachen Form die Videos direkt in den Podcast-Feed und zu YouTube zu exportieren. Ansonsten kann ich mich Höckele nur anschließen.

Der Befragte hat das letzte Wort:

Hockele: Aufbausemininar für leitende Notärzte.

Ryk: Hummelflug.

Höckele: Alternativ noch: Wildschweinbesitzer sind im Internet unterrepräsentiert.

Ryk: Ich bleibe dabei, mein letztes Wort ist Hummelflug.

Links: PressRecord.de | Apfelkasten

2 Responses to “Irgendwann hatte ich dann die Idee einen Podcast-Workshop als Podcast zu starten.”

  1. Danke für das lustige Interview. Links werden supi. :D Kriege ich hin:

    Hier findet man schon mal PressRecord.de. Den Apfelkasten zu verlinken lohnt sich zur Zeit ja kaum noch, aber vielleicht mag ja doch noch einer aus nostalgischen Anwandlungen reinhören.

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