Palina Rojinski, das Anti-Autogramm-Posting auf Facebook und die „Bunte“

Palina Rojinski, vielen wohl bekannt als Moderatorin und Jury-Mitglied von „Got to Dance“, ist am Montagabend mit einem fragwürdigen Posting auf Facebook aufgefallen, das – sagen wir mal – nur so mittelgut ankam. Hintergrund der Aktion war ein Auftritt in der ProSieben-Show „Circus Halligalli“, was die „Bunte“ aber nicht davon abhielt, einfach mal draufzuhalten. Aber von vorne.

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Palina Rojinski, vielen wohl bekannt als Moderatorin und Jury-Mitglied von „Got to Dance“, ist am Montagabend mit einem fragwürdigen Posting auf Facebook aufgefallen, das – sagen wir mal – nur so mittelgut ankam. Hintergrund der Aktion war ein Auftritt in der ProSieben-Show „Circus Halligalli“, was die „Bunte“ aber nicht davon abhielt, einfach mal draufzuhalten. Aber von vorne. 

Am Montagnachmittag, 17:23 Uhr, postet Rojinski auf ihrer Facebook-Seite folgenden Text:

Klarstellung: Gebe zukünftig keine Autogramme & mache auch keine Selfies mehr mit euch. Die Scheisse nervt.
Traumfrauen – jetzt im Kino.

Wirkt ziemlich arrogant und abgehoben für jemanden, der in der Öffentlichkeit eigentlich nicht dafür bekannt ist, sich zu ernst zu nehmen. Vielleicht hätte man hier schon stutzig werden können in der „Bunte“-Redaktion.

Aber der obligatorische Shitstorm der über 600.000 Fans auf das Posting waren wohl Grund genug, nicht ein Mindestmaß an journalistischen Grundregeln einzuhalten. Und ein bisschen vielleicht auch die Klicks, die ein entsprechender Artikel mindestens genauso obligatorisch mitbringt.

„Attacke auf Fans“

Wozu also mal nachfragen bei Rojinski oder ihrem Management? Stattdessen wird einfach mal fix ein Beitrag unter dem reichlich übertriebenen Titel „Palina Rojinski: Shit-Storm nach Attacke auf Fans!“ zusammengeschrieben:

Eigentor! Palina Rojinski brachte ihren Ärger über das ständige Autogramm-Geben und Selfie-Knipsen via Facebook zum Ausdruck. Doch mit den Reaktionen der Netzgemeinde hatte der Posting- und „Traumfrauen“-Star selbst wohl nicht gerechnet …

Der eigentliche Witz aber ist, dass Rojinski wohl ziemlich genau wusste, was auf sie zukommt. Das Posting ist nämlich während der Aufzeichnung der ProSieben-Show „Circus Halligalli“ mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf entstanden, wo Rojinski zusammen mit „Traumfrauen“-Kollegin Karoline Herfurth auf Promotour zu Gast war.

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In der Rubrik „Shitstorm Roulette“ mussten die vier Teilnehmer, ausgewählt durch einen Zufallsgenerator, von der Redaktion vorbereitete Postings über ihre Social-Media-Profile absetzen. So musste Klaas etwa twittern, dass er froh sei, mit dem 8,50-Euro-Mindestlohn nichts zu tun zu haben. Und Joko habe einer Schülerzeitung angeblich ein Interview verweigert, weil die seinem Verlangen nach Gage nichts abgewinnen konnten, dazu das Hashtag „#umsonstistdertod“.

„Bitterböse Rückfragen“

Die Reaktionen der Fans und Follower waren so erwartbar wie heftig, logisch. Und wurden auch am Abend in der Sendung gezeigt und belächelt. Doch zurück zum „Bunte“-Text:

Neben bitterbösen Rückfragen à la „Wer bist du?“ (…) sah sich Palina sodann mit Kommentaren in Bildform konfrontiert, die Schriftzüge à la „Scheisse man, wer will das denn wissen?“ zierten. Die Reaktion der „Traumfrauen“-Darstellerin: Sie löschte das Posting kurzerhand, um einen noch größeren Shit-Storm von ihrer Page abzuwenden.

Ja, „bitterböse“ ging es tatsächlich zu, da war „wer bist du?“ noch einer der harmloseren Kommentare. Interessanter ist aber, woher die Autorin die Information nimmt, dass Rojinski das Posting „kurzerhand“ gelöscht hat? Der „Bunte“-Artikel ging um 20:38 Uhr online, um 23:20 Uhr, zum Zeitpunkt dieses Beitrags, war das Posting von Rojinski noch online.

Am Ende fällt der Autorin dann aber doch noch auf, dass das Posting eigentlich untypisch für Rojinski ist.

Dabei gilt gerade Palina als bekennender Fan von Selfies und sozialen Netzwerken, ist sich eigentlich für kein Bild, keinen Foto-Spaß und keinen Extrem-Look zu schade. Was sie mit ihrem Anti-Autogramm-Post also tatsächlich erreichen wollte? Das weiß wohl nur sie selbst. Fest steht, dass ihr so etwas nicht noch einmal passieren dürfte…

Und wenn sie um 22:10 Uhr bei „Circus Halligalli“ reingeschaut hat, weiß sie auch, was Rojinski mit ihrem Anti-Autogramm-Posting „tatsächlich erreichen wollte“.

Update, 10:15 Uhr: „Bunte“ ist der Fehler inzwischen auch aufgefallen. Ein Absatz zu „Circus Halligalli“ wurde ergänzt. Die Behauptung, Rojinski hätte ihr Posting gelöscht, wurde allerdings nicht korrigiert und steht weiterhin fettgedruckt im Text.

Autor: Tobias Gillen

ist Medien- und Technik-Journalist aus Köln. Bei seiner Arbeit schreibt er auf Papier und ins Netz über alte, neue und soziale Medien. Er ist Autor des Buchs "Spurlos & Verschlüsselt!" und Chefredakteur von BASIC thinking.

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