Geld verdienen mit Selfpublishing: Wo wird mein E-Book gekauft?

Projekt E-Book Bei den Vorbereitungen auf mein erstes E-Book habe ich gelernt: Ungefähr 70 Prozent der Verkäufe eines E-Books laufen über Amazon, ca. 25 Prozent über Apples iBookstore und der Rest über die kleinen Stores wie Weltbild, Hugendubel, Bücher.de oder Kobo. Anhand von „Verschlüsselt!“ wollte ich jetzt, nach drei Monaten, mal schauen, ob das stimmt und wo die meisten Verkäufe ablaufen.

Eine nicht ganz unwichtige Sache für Selfpublisher: Schließlich will man in der Regel mit seinem Werk auch etwas verdienen. Um das aber zu tun ist es wichtig zu wissen, wo die Kunden sind und auf welchem Kanal man sie erreicht. Logisch: Auf einem Markt ohne Kunden lohnt es sich auch nicht, den lautesten Marktschreier zu engagieren.

Für die Distribution habe ich XinXii genutzt. XinXii kassiert keine Pauschalgebühr, dafür aber an jedem Verkauf noch mal einen Prozentsatz der Einnahmen. Netto bleiben so – abzüglich Gebühren der Stores, Gebühren für XinXii und Steuern – ca. 1,30 Euro bei einem E-Book für 2,99 Euro, bei Verkäufen direkt über XinXii bleiben rund 1,70 Euro.

Bei „Verschlüsselt!“ ließ sich schon nach den ersten zwei Wochen im November ein klares Bild abzeichnen: Amazon dominiert, Apple ist klar dahinter und die kleineren Stores taugen für ebenso kleine Einnahmen. Die wirkliche Übermacht von Amazon konnte ich aber nicht erkennen. Möglich ist, dass das themenabhängig ist und bei Bellestrik ganz anders aussieht. Im November liefen knapp über die Hälfte aller Verkäufe über Amazon, Apple lag mit knapp 40 Prozent dahinter:

Verteilung Stores Nov13

Im Dezember konnte ich erstmals einen gesamten Monat nachvollziehen. Hier legt Amazon zwar noch ein wenig zu, von der 70-Prozent-Marke sind die 55 Prozent aber immer noch weit entfernt. Auffällig war im Dezember der starke Anteil von Thalia.de, der sich über den gesamten Monat kontinuierlich fortsetze – und im Januar wieder einbrach:

Verteilung Stores Dez13

Bei den beiden großen Stores gab es auch im Januar kaum eine Veränderung. Bei den kleineren konnten Bücher.de und Weltbild wenigstens wieder ein paar Exemplare absetzen, Hugendubel wurde hingegen wieder etwas schwächer:

Verteilung Stores Jan14

Insgesamt ist das hier alles nur eine Tendenz – wie die vielen anderen Zahlen, die so rumgeistern. Grundsätzlich, wenn auch nicht in der Deutlichkeit, decken sich meine Erfahrungen der ersten 10 Wochen aber mit der bekannten Verteilung des Marktanteils. Hier noch einmal in der Gesamtansicht:

Verteilung Stores Nov13-Jan14

Zweifelsfrei lässt sich also sagen, dass die großen Player auf dem E-Book-Markt Amazon und Apple sind. Wer es dort hoch in die Charts schafft, braucht sich um angemessene Einnahmen keine Sorgen mehr machen. Aber auch das bekannte „Kleinvieh“ macht Mist, in meinem Fall immerhin 9 Prozent der Einnahmen.

Der große Vorteil bei XinXii ist, dass man dort einzelne Stores ausschließen und diese dann auch selbstständig beliefern kann. Das macht bei einem Marktanteil von hier 54 Prozent bei Amazon besonders Sinn, schließlich umgeht man so die XinXii-Gebühren und streicht mehr Gewinn ein. In meinem Fall wären das in den ersten 10 Wochen immerhin 200 Euro gewesen. Aber genau dafür war es ein Experiment: Lernen, lernen, lernen.

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Autor: Tobias Gillen

ist Medien- und Technik-Journalist aus Köln. Bei seiner Arbeit schreibt er auf Papier und ins Netz über alte, neue und soziale Medien. Er ist Autor des Buchs "Spurlos & Verschlüsselt!" und Chefredakteur von BASIC thinking.

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