Input (2): Mein Input-Workflow

Als Journalist bin ich immer auf der Suche nach Themen, Zusammenhängen und Infos rund um meine Themengebiete Medien, Social Media und Technikkram. Zu diesem Zweck nutze ich einige Tools, um Nachrichten zu aggregieren und für mögliche spätere Recherchen abzuspeichern – etwa einen RSS-Reader, die sozialen Netzwerke oder Read-it-Later-Dienste wie Instapaper. Im Zuge der baldigen Google Reader-Schließung stellte sich kürzlich im Netz die Frage, ob RSS-Reader noch zeitgemäß seien und wie der beliebte Google Reader ersetzt werden könne. In meiner kleinen Blog-Reihe „Input“ stelle ich mir nach und nach allerhand Fragen rund um RSS und Nachrichtenaufnahme. Im zweiten Teil geht es um meinen Input-Workflow und natürlich bin ich auch auf eure Ideen und Tools gespannt.

[highlight]Hinweis! Input (1), Input (2)[/highlight]

Twitter

Natürlich nutze ich alle möglichen Social Media-Kanäle für die Nachrichtenaufnahme und meinen täglichen Input. Hier favorisiere ich aber klar Twitter, da ich dort weniger an die Interessen meines Freundeskreises gebunden bin. Vielmehr kann ich bei Twitter meine eigenen Interessensgebiete abonnieren, Listen folgen und die ausgezeichnete Suche durch Hashtags nutzen. Außerdem – so zumindest mein persönlicher Eindruck – filtert Twitter viel weniger und gibt mir tatsächlich alle Meldungen aus. Das ist bspw. bei Facebook anders. Dort bin ich auf die Algorithmen von Mark Zuckerberg angewiesen, was mir nicht so gefällt.

Facebook (, Instagram und Google+)

Bei Facebook und Google+ fehlt mir leider die Einfachheit. Aber auch hier – nicht, dass wir uns falsch verstehen – sind immer wieder gute Inhalte zu finden. Es sei also auch hier immer ein Blick empfohlen. Auch Instagram eignet sich in einigen Fällen, etwa bei Großereignissen, denn auch hier ist es möglich, nach Schlagwörtern zu suchen. Doch ist meine Erfahrung, dass ich durch Facebook viel weniger Input bekomme und Google+ nach wie vor nicht vollends ausgedehnt nutze. Instagram ist zudem eher ein Hobby denn eine wirkliche Quelle und wird nur in seltenen Einzelfällen benutzt.

RSS-Feed-Reader

Nachdem Google ankündigte, die Pforten seines Google Readers zu schließen, strömten nach eigenen Angaben über 3 Millionen Nutzer rüber zu Feedly, das es ermöglicht, einfach vom Google Reader umzusteigen. Mit einem Klick auf „Connect to Google Reader“ sind alle abonnierten Feeds importiert, geordnet und synchronisiert. Zudem ist Feedly sehr schön anzusehen, insbesondere auf mobilen Endgeräten (iOS, Android und Kindle). Mit der Integration von Read-it-Later-Diensten wie Instapaper, Pocket oder – Geheimtipp von Christian Jakubetz bei „Was mit Medien“ – bit.ly ist es zudem spielend einfach, Artikel für eventuell spätere Recherche abzuspeichern. Nützliche Funktionen sind zudem die Gesten auf den mobilen Endgeräten, mit denen einzelne Funktionen ausgeführt werden und die Integration aller gängigen Social Media-Dienste zum Teilen von Artikeln.

Linktipps von Blogs

Neben Social Media und RSS finde ich auch Linktipps von Blogs immer wieder ganz nützlich. So schaue ich etwa gerne bei den „6-vor-9“-Linktipps vom „BILDBlog“, den Lesetipps der „Netzpiloten“ oder „Immer wieder sonntags“ bei „Stadt-Bremerhaven.de“ vorbei.

Newsletter

Die E-Mail ist trotz Facebook, WhatsApp und Co. (für mich) noch lange nicht ausgestorben. Ich bin ein großer Fan und Befürworter von Newsletter-Systemen und habe den ein oder anderen sehr gerne abonniert. So liefert mir etwa turi2.de morgens und abends die neusten Infos aus der Medienbranche, DWDL.de fasst mit drei wählbaren Newslettern die TV-Geschehnisse zusammen und t3n.de schickt mir 2x pro Woche die Topthemen der Social Media-Szene ins Postfach.

News-Aggregatoren

Immer wieder einen Blick wert: News-Aggregatoren. Trotz Leistungsschutzrecht finde ich hier immer wieder interessante Dinge. So etwa bei rivva.de, 10000flies.de oder virato. Eine klasse Übersicht über 28 News-Aggregatoren gibt es drüben bei t3n.

[highlight]Jetzt seid ihr dran, mich interessieren eure Input-Workflows! Wie kommt ihr an Informationen und News? Wie konsumiert ihr Nachrichten und wie hat sich das in den letzten Jahren verändert?[/highlight]

Hinweis! Zu Input (1).

Autor: Tobias Gillen

ist Medien- und Technik-Journalist aus Köln. Bei seiner Arbeit schreibt er auf Papier und ins Netz über alte, neue und soziale Medien. Er ist Autor des Buchs "Spurlos & Verschlüsselt!" und Chefredakteur von BASIC thinking.

3 Gedanken zu „Input (2): Mein Input-Workflow“

  1. Bei mir ist es nicht viel anders als bei dir. Von Google Reader habe ich mich leider noch nicht verabschieden können und ist somit meine Hauptquelle. Dort habe ich auch Rivva abonniert, was ich auch sehr gerne verfolge. Die sozial medialen Kanäle nutze ich primär für Interaktionen (Facebook für Freunde, Twitter für meine Interessen, Google+ fast gar nicht) – Twitter könnte man aber schon als wichtige Inputquelle bezeichnen, kann aber schwer sagen, ob diese mir wichtiger ist als Google Reader.
    Eine Sache könnte ich aber anfügen, nutze seit längerer Zeit gerne Keeeb um wichtige Texte zu markieren und diese in Themen zu unterteilen, wie auch Storify.

  2. Hallo Tobias,
    zootool, ein englischsprachiger Bookmarking-Dienst aus Deutschland ist ganz hilfreich, um interessante Artikel zu speichern.
    Ansonsten kannst du dir gerne mein neuestes Projekt anschauen, dort findest du aktuelle News zu Business- Web- und Gründergeschichten in Kurzform. Über eine kurze Rückmeldung per Mail würde ich mich sehr freuen ;)

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