Mission Stratos: Red Bull verleiht Flüüüüügel

Wer sich aus 39.045 Metern aus einer Kapsel fallen lässt, die an einem Heliumballon hängt, dessen Außenhaut zehn Mal dünner ist, als die einer Plastiktüte und mit 1.342 km/h gen Erde rast und dabei noch vergnüglich über Funk mit der Basis quatscht, kann eigentlich kein normaler Mensch sein. Neben Traumquoten für n-tv und Servus TV und einer Menge Gänsehaut bei den Zuschauern, beschert Felix Baumgartners Rekordversuch vor allem für einen große Aufmerksamkeit: Sponsor Red Bull.

Der Hersteller von Energydrinks, der inzwischen wohl mehr mit dem Sponsoring von großen Events (Red Bull Air Race, …) oder Teams (Red Bull Racing, Red Bull Salzburg, …) assoziiert wird, ließ sich Baumgartners Rekordversuch rund 50 Millionen Euro kosten. Auf den ersten Blick viel Geld für einen Sprung aus knapp 40.000 Metern, der die Wissenschaft – sind wir ehrlich – nur sehr bedingt weiter bringt.

Doch Red Bull hat mit Felix Baumgartners Sprung wieder einmal etwas sehr wertvolles geschafft: Eine Dauerwerbesendung, die unterhält, Spaß macht und die die Leute von der ersten Sendeminute bis zur letzten anschauen. Wer beim Zappen zufällig mal bei SPORT 1 landet, der kennt gerade vormittags die Dauerwerbesendungen von Staubsaugern, Pfannen, Bügeleisen oder Schmuck. Zugegeben, ab und zu kann selbst das sehr unterhaltsam sein, aber in aller Regel klickt man doch direkt weiter.

Bei Red Bull ist das anders: Sie investieren ihr Geld in tatsächlich gute Unterhaltung und schaffen es so, die Zuschauer am Ball zu halten. Schon am Dienstag, als der Rekordversuch abgebrochen werden musste, waren Millionen von Menschen weltweit an den Fernsehgeräten, sahen die Kapsel, Baumgartners Anzug, Baumgartners Helm – alles mit dem Red Bull-Logo. Und überall war von der „Red Bull Stratos“-Mission die Rede. Die Werbewirkung wird inzwischen auf mehrere hundert Million Euro geschätzt.

Red Bull hat uns heute gezeigt, wie man medienwirksam den ganzen Tag im Raumanzug auf der Erde rumsitzen kann. Sinafete (@sinafete)

Und auch wenn wir uns dieser Dauerwerbesendung im Klaren sind, war das, was Baumgartner am Sonntag dann vor acht Millionen YouTube-, sieben Millionen n-tv- und x-Millionen Zuschauern weltweit vollbrachte, ein voller Erfolg. Er knackte drei von vier angepeilten Rekorden und brach zudem noch den YouTube-Rekord der meisten Livezuschauer um ein 16-faches.

Vor allem aber gab es einen tollen Gänsehaut-Moment, als Baumgartner seine letzten Worte vor dem Absprung sprach:

Sometimes you have to be really high, to see how small you really are. I’m going home now! Felix Baumgartner, 14. Oktober 2012

Fehlte nur noch ein herzliches „Red Bull verleiht Flüüüüüügel“.

Bild: © Red Bull

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Autor: Tobias Gillen

ist Medien- und Technik-Journalist aus Köln. Bei seiner Arbeit schreibt er auf Papier und ins Netz über alte, neue und soziale Medien. Er ist Autor des Buchs "Spurlos & Verschlüsselt!" und Chefredakteur von BASIC thinking.

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