One-Page-Theme: Neues WordPress-Design mit vielen Strapazen

<a href="http://ebook.tobiasgillen.de" target="_blank">Meine E-Book-Seite</a> ist nun im One-Page-Design | Bild: Screenshot
Meine E-Book-Seite ist nun im One-Page-Design | Bild: Screenshot

Gerade sind sogenannte Single-Page-Themes (oder: One-Page-Themes) total im Trend. Man sieht sie an jeder Ecke, etwa beim Kollegen Julian Heck. Dabei geht es darum, eine komplette Website auf möglichst nur eine Seite zu bringen und die Inhalte so responsiv und möglichst schick wiederzugeben.  

Ich bin eigentlich ziemlich firm mit WordPress-Dingen. Plugins, Themes, FTP-Server – normalerweise gar kein Problem. Doch bei der Umstellung meiner E-Book- und Buch-Seite von einer schlecht programmierten HTML-Seite auf ein One-Page-Design bin ich gestern schlicht verzweifelt.

Losgehen sollte es gegen 16:30 Uhr. Ich hatte dafür in etwa zwei Stunden eingeplant. Inhalte waren fertig, Bilder, Logos und Buchcover lagen bereit. Meine Vorstellung war: Theme aussuchen, Theme hochladen, Theme anpassen, Plugins installieren, Inhalte einfügen, Bilder einfügen, Home-Seite bauen – und fertig. Gegen halb sieben sollte das Ding dann stehen, zur Not bis sieben. Fertig war ich um halb 2 in der Nacht.

Slugs und Anker

Was ich unterschätzt hatte lässt sich eigentlich ziemlich einfach sagen: Alles. Ich bin nämlich schlicht davon ausgegangen, dass ich das Ding so aufsetze, wie ich auch schon zig andere WordPress-Seiten aufgesetzt habe. Routine eben, dachte ich. Doch eine solche Website lässt sich nicht mal eben bauen wie ein Blog. Da sieht der Ablauf in aller Regel ja so aus: Theme installieren, Seiten erstellen, Artikel erstellen, Kategorien anlegen und dann steht im groben schonmal das Grundgerüst. Anschließend noch ein bisschen Sidebar-Feinjustierung und Footer-Geschreibsel.

Beim One-Page-Design muss man einfach sagen, dass WordPress solche Dinge zwar umsetzen kann. Aber gewollt ist es offenbar aktuell noch nicht. Ich habe zunehmend das Gefühl bekommen, dass ich mich von einer Notlösung zur nächsten hangele.

So mussten die Seiten, die nachher untereinander scrollbar dargestellt werden, etwa alle einen ganz bestimmten Slug haben. Ein Slug ist das, was hinter der eigentlichen URL steht und auf einen einzelnen Artikel oder eine einzelne Seite hinweist. In diesem Beitrag hier ist der Slug etwa „/one-page-theme-wordpress“, weil die URL tobiasgillen.de/one-page-theme-wordpress lautet. Die Slugs mussten dann nach „/page-1“, „/page-2“, etc. benannt werden, damit die Seiten die richtige Reihenfolge bekommen.

Slugs für die Reihenfolge, Anker fürs Menü | Bild: Screenshot
Slugs für die Reihenfolge, Anker fürs Menü | Bild: Screenshot

Auf der anderen Seite aber wurden sie Seiten dann im Menü (die schicken Kreise oben auf der Seite, siehe Screenshot oben) nicht mit diesen URLs verlinkt, sondern mit einem (korrigiert mich, wenn ich Unsinn schreibe!) sogenannten Anker.  Die kennen wir etwa von Wikipedia, wenn wir in einem Artikel im Menü auf einen Unterpunkt klicken. Dann springt die Seite auf der gleichen Seite bis zu der Überschrift. Man erkennt diese Anker am „#“ in der URL. Will ich also vom Menü auf mein zweites E-Book „Spurlos!“ verlinken, tue ich das mit „/#spurlos“. Die URL sieht dann also so aus: ebook.tobiasgillen.de/#spurlos.

One-Page-Design: (Noch) nichts für WordPress?

Für Programmierer und echte Profis ist das sicher ein Witz, für mich war das alles mehr als verwirrend. Und so kam es auch, dass ich erstmals in die Dokumentation des Themes geschaut habe, die mir in dem Fall echt weitergeholfen hat. Gut war auch, einen vorgegebenen Beispiel-Content für das Theme zu importieren und sich erstmal in Ruhe anzuschauen, wie genau alles funktioniert. Ich nutze übrigens auf der Seite das Minimable-Theme von FEDEWEB.

Anker
Anker braucht man für das Menü | Bild: Screenshot

(Vorher habe ich es mit ARGO und SCRN versucht. Ersteres im Backend eine Vollkatastrophe, Letzteres lief nicht rund, sodass ich bei Minimable hängen geblieben bin, das mir im Nachhinein noch wesentlich besser gefällt.)

Es gab aber auch noch weitere Probleme. Etwa, dass es keinen Vorschaumodus gibt. Jede Änderung musste ich erst veröffentlichen und konnte sie dann im Frontend – also auf ebook.tobiasgillen.de – anschauen. Das trägt dann leider auch nicht gerade zu einem glücklicheren Theme-Erlebnis bei. Irgendwie hat es an jeder Ecke gezwickt und gezwackt und man hat gemerkt, dass WordPress hier vielleicht noch etwas nachbessern muss – oder möglicherweise die Theme-Entwickler an der Einfachheit ihrer Programmierungen arbeiten müssen.

Macht nichts, ich bin mächtig stolz auf die Seite und erfreue mich jetzt am schicken Design. Im Frontend sieht man, denke ich, von den Strapazen des Backends nichts – die Seite steht, kann endlich wieder vorgezeigt werden und wird auch nicht die letzte sein, die ich im One-Page-Design aufsetze. Jetzt weiß ich immerhin, was mich erwartet.

Ich würde mich sehr über Feedback eurerseits freuen! Lasst mich wissen, was euch gefällt oder nicht gefällt, wo ich vielleicht einen Fehler gemacht habe oder was gar nicht geht. Gerne hier in den Kommentaren oder über die Netzwerke.

Autor: Tobias Gillen

ist Medien- und Technik-Journalist aus Köln. Bei seiner Arbeit schreibt er auf Papier und ins Netz über alte, neue und soziale Medien. Er ist Autor des Buchs "Spurlos & Verschlüsselt!" und Chefredakteur von BASIC thinking.

2 Gedanken zu „One-Page-Theme: Neues WordPress-Design mit vielen Strapazen“

  1. Hi Tobias, Seite sieht schön aus. Allerdings wär dafür ein One-Page-Theme doch gar nicht nötig gewesen – einfach ein einziger Beitrag in Fullwidth. Die Anker kann man dort auch manuell setzen. Was eigentlich fehlt und einen One-Pager chic macht: die dynamische Nachladefunktion. Apropos Nachladen: Die Speed-Analyse von Google ist sehr schlecht -> https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/

    Falls die Seite in Google ranken soll, musst Du das Theme dummerweise nochmal wechseln oder kräftig im Quellcode basteln. :-)

    Tschö
    Ralf

    1. Hi Ralf,

      danke für dein Feedback! Oha, an eine Speedanalyse hatte ich noch gar nicht gedacht. Die sieht in der Tat schlecht aus. Das Ranking bei Google ist mir in dem Fall aber nicht so wichtig, da in der Regel eh nur drauf verlinkt werden soll (etwa bei Buchbesprechungen oder hier im Blog). Aber möglicherweise sollte ich trotzdem nochmal ans Caching ran.

      Danke und Grüße,
      Tobias

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