Den Sternen auf der Spur: Plejaden, Sirius, Rigel, Aldebaran

Die Lust auf Astrofotografie hat mich nun – nach meinen ersten Versuchen – endgültig gepackt und treibt mich inzwischen fast nächtlich zum Teleskop. In der vergangenen Nacht war ich einigen Sternen und Sternsystemen auf der Spur. Ein paar Eindrücke davon.

Hinweis: Anfänger! Wer es besser weiß, Tipps hat, Fehler findet, Kniffe kennt: Lasst es mich bitte wissen, ich bin um jeden Baustein dankbar, der mir hilft, dieses weite Feld besser zu verstehen und zu erschließen. Alle Fortschritte und Bilder gibt es regelmäßig auf meinem Instagram-Profil.

Plejaden (M45): Offener Sternhaufen

Den Anfang machen die Plejaden (M45), ein offener Sternhaufen, den ich zunächst mit bloßem Auge entdeckt und dann näher angesehen habe. Auf dem Bild sieht man Maya (20 Tauri), hell unten rechts im Bild, Taygeta (19 Tauri), unten links im Bild (ca. 373 Lichtjahre entfernt) und oben drüber: Sterope I und Sterope II (21 & 22 Tauri), etwa 10 Lichtjahre weiter weg als Taygeta. Zu sehen war das alles wunderbar heute Nacht, auch mit meinen Möglichkeiten: 1A. Ein Foto, wenn überhaupt, gelingt allerdings nur maximal in diesem Rahmen. Aber ich bleibe dran!

Plejaden

Aldebaran: Roter Riese

Weiter ging es mit Aldebaran, einem Sternsystem bestehend aus einem roten Riesen (im Bild) und einem Zwergstern. Entfernung zur Erde: 65 Lichtjahre. Kann man auch gut ohne Teleskop sehen, man erkennt ihn an seiner rötlich-gelben, ziemlich hellen Erscheinung nordöstlich des Orion-Sternbildes.

Aldebaran

Rigel: Südlichster Stern im Orion-Sternbild

Dann ging es zu Rigel, schlappe ca. 770 Lichtjahre entfernt (die exakte Entfernung schwankt mal eben zwischen 650 und 900 Lichtjahren). Rigel ist der südlichste Schlusspunkt und der hellste Stern im Orion-Sternbild, zudem der siebthellste Stern am gesamten Himmel. Rigel strahlt mit der 46.000-fachen Leuchtkraft der Sonne und ist der drittleuchtstärkste Stern innerhalb einer Entfernung von 1.000 Lichtjahren.

Rigel

Sirius: Buntes Flackern

Den Abschluss macht Sirius, (8,6 Lichtjahre entfernt, 240 Mio. Jahre jung) Hier sieht man mal das Farbspektrum beim Flackern in einem GIF. Sirius ist ziemlich gut mit bloßem Auge zu sehen (westlich des Orion-Sternbildes) und auch das Flackern kann man ohne Hilfsmittel schon erahnen. Zunächst also das GIF:

Sirius GIF

Und hier einige Einzelbilder von Sirius (anklicken zum Vergrößern):

Erfolgreiche Nacht

Was sich inzwischen zeigt: Die anfangs sehr schwere Handhabung des Teleskops und das gezielte Finden von Sternen fällt mir immer leichter. Ich war dann doch sehr beeindruckt, welche Bilder möglich waren in der vergangenen Nacht. Wichtig ist mir bei all dem, nicht schöne Bilder für mein Instagram-Profil zu schießen, sondern dabei tatsächlich auch etwas zu lernen. Dafür nutze ich die Apps Stellarium (Mac) und Star Walk 2 (iPhone). Damit ist es wunderbar einfach, Sterne zu finden und mehr über sie zu erfahren. Das werde ich aber bald in einem eigenen Beitrag noch mal ausführlich behandeln. Bis dahin!

Autor: Tobias Gillen

ist Medien- und Technik-Journalist aus Köln. Bei seiner Arbeit schreibt er auf Papier und ins Netz über alte, neue und soziale Medien. Er ist Autor des Buchs "Spurlos & Verschlüsselt!" und Chefredakteur von BASIC thinking.

2 Gedanken zu „Den Sternen auf der Spur: Plejaden, Sirius, Rigel, Aldebaran“

  1. Habe heute Donnerstag von Lichtenberg in o.ö. den Sirius ausgiebig beobachten können. Fantastisch seine verschiedenen Farben. Auch die Playaden konnte man gegen 19 uhr bereits gut sehen.
    Aldebaran ist immer ein Erlebnis.
    Gerne würde ich einmal die Hyaden sehen, leider finde ich sie mit dem Fernglas nicht.
    Der Mond ist heute von hier aus wieder gut zu sehen.
    Auch andere Sterne und Planeten (Mars Venus Uranus sind gut zu sehen.)
    Knoll

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