Edward Snowden, der verschwiegene NDR und die verschenkte Chance

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Bereits am Samstag Nachmittag publiziert der Norddeutsche Rundfunk ein FAQ zur „Ausstrahlung des Snowden-Interviews“. Man hat also offensichtlich geahnt, dass sich zum Ausstrahlungszeitpunkt, Sonntagabend um 23 Uhr in der ARD, gewisse Fragen rund um das exklusive Gespräch auftun würden. Die Antworten zeigen exemplarisch, wie schwer es der ARD offenbar fällt, selbst mit einem journalistischen Coup angemessen umzugehen. Wir haben uns die Antworten näher angesehen. „Edward Snowden, der verschwiegene NDR und die verschenkte Chance“ weiterlesen

Lieber Journalismus, wir müssen reden: Das Verhalten der Medien im Fall Schumacher

Tagesthemen

Michael Schumachers Skiunfall ist zweifelsfrei tragisch. Er ist eine deutsche Sportlegende, für viele Fans ein Vorbild oder ein Held. Dementsprechend groß ist auch das öffentliche Interesse an seinem Sturz, bei dem er sich am Kopf verletzt hat und nun im künstlichen Koma in einem französischen Krankenhaus liegt. Doch rechtfertigt dieses große Interesse, dass wir all unsere journalistischen Grundsätze über Bord werfen? Dass wir wie ein Haufen aufgeschreckter Hühner durch den digitalen und multimedialen Stall hüpfen und wie wild geworden herumgackern? Dass wir die Relevanz eines Unfalls vor die eines Terroranschlags stellen? „Lieber Journalismus, wir müssen reden: Das Verhalten der Medien im Fall Schumacher“ weiterlesen

Fundstücke (6): „BILD“ kennt Beckmanns Mollath-Talk schon vor der Aufzeichnung

Gustl Mollath bei Beckmann

Heute Abend, 22:45 Uhr, wird Gustl Mollath bei Reinhold Beckmann zu Gast sein und über seine Zeit in der Psychiatrie berichten. Passend dazu findet sich in der heutigen „BILD“-Zeitung auf der Titelseite ein kleiner „TV-Tipp“ zum „Beckmann“-Talk heute Abend. Darunter: Eine Bewertung dessen. In puncto „Information“ erhält die ARD drei rote Punkte, bei „Unterhaltung“ immerhin zwei.

Der clevere „BILD“-Leser wird sich jetzt fragen: „MOMENT, wie kann man einen Talk bewerten, der noch gar nicht im Fernsehen gelaufen ist?“ Eine Möglichkeit wäre, indem man ihn vorab zu sehen bekommt. Das ist durchaus üblich in (Medien-)Redaktionen, etwa bei Krimis oder neuen Show-Formaten. Voraussetzung dafür müsste aber sein, dass der Talk auch schon aufgezeichnet wurde.

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„Günther Jauch“ über Schlaglöcher und das Netz über #Schlaglochfilme

Deutschland spricht über die Überwachungsprogramme PRISM und TEMPORA der National Security Agency (NSA) und des Government Communications Headquarter (GCHQ), über Edward Snowden und seine Enthüllungen, über die vom „SPIEGEL“ eingesehenen Geheimdokumente, über hungerstreikende Asylbewerber in München und über eine Bundestagswahl, die kurz bevor steht. Neben vielen anderen Themen, die man in einer öffentlich-rechtlichen Polittalkshow am Sonntagabend – zur besten Sendezeit nach dem „Tatort“ – hätte behandeln können, hat sich die Redaktion von „Günther Jauch“ für ein ganz besonders heikles Thema entschieden: „Die Schlagloch-Republik – geht Deutschland kaputt?“ Ein Storify über #Schlaglochfilme und die Frage nach der Relevanz von Schlaglöchern in einem ARD-Talk. „„Günther Jauch“ über Schlaglöcher und das Netz über #Schlaglochfilme“ weiterlesen

Aus diesem Fernsehen: „Quelle: DVD“

Es ist das wohl schlimmste Verbrechen der heutigen Fernsehwelt. Nein, nicht „Berlin – Tag & Nacht“, sondern der Trend der besonders präzisen Quellenangaben unter eingespieltem Fremdmaterial. Es ist beachtlich, welches Repertoire aus juristischem Unsinn sich die Fernsehredaktionen heutzutage einfallen lassen. Die neuste Erfindung: „Quelle: DVD“. „Aus diesem Fernsehen: „Quelle: DVD““ weiterlesen

Social TV bei 2. TV-Debatte im Ersten: Gute Idee, leider schwach moderiert

Das durchweg furchtbare Wort „Teletwittern“, das sowohl durch seine Zusammensetzung, als auch durch seinen seltsamen Anglizismus negativ ins Auge sticht, beschreibt eine klasse Möglichkeit, Social TV zu machen. Während wir uns früher vollends auf das Fernsehprogramm konzentriert haben, gleitet unsere Aufmerksamkeit heute immer mehr gen mobile Geräte ab. Wir diskutieren über das Gesehene live bei Twitter oder Facebook am Smartphone oder am Tablet. Mit Social TV-Angeboten, wie etwa dem „Teletwitttern“, lenken die Sendeanstalten unsere Aufmerksamkeit wieder zurück auf den Bildschirm. Wir können im Teletext live mitlesen, was andere schreiben, an der Diskussion teilhaben und freuen uns, wenn wir auch ab und zu mal dort auftauchen. Auch gestern, beim 2. TV-Duell zwischen Mitt Romney und Barack Obama, versuchte sich Das Erste am Teletwittern. Gute Idee, schlecht umgesetzt. „Social TV bei 2. TV-Debatte im Ersten: Gute Idee, leider schwach moderiert“ weiterlesen

Twitter-Accounts von Fernsehsendern unter die Lupe genommen

Im März 2012 habe ich hier im Blog die „Twitter-Accounts von Printmedien unter die Lupe genommen„. Eine Auflistung von einigen deutschsprachigen Printerzeugnissen, die Twitter für ihre Zwecke manchmal besser, manchmal schlechter einsetzen. Mein E-Mail-Postfach war schnell mit Ausreden á la „Aber bald…“ und „Wir haben aber vor zu…“ und „Bitte schreiben Sie das so nicht, Herr Gillen, weil …“ gefüllt und die Tipps zu weiteren Accounts rissen einfach nicht ab. Da in diesem Bereich offenbar ein großes Interesse besteht, geht die „Twitter-Accounts von XYZ unter die Lupe genommen“-Reihe nun in die zweite Runde – mit Fernsehsendern. „Twitter-Accounts von Fernsehsendern unter die Lupe genommen“ weiterlesen

Ein paar Worte zur EM-Berichterstattung

Auch wenn es die vielseits als „beste deutsche Mannschaft aller Zeiten“ bezeichnete DFB-Auswahl auch 2012 nicht geschafft hat, einen Titel mit nach Hause zu bringen, war wieder einmal ein ganzes Land im Fussball-Fieber. Dementsprechend viele Menschen sahen auch die Spiele der Europameisterschaft auf ARD und ZDF. Wer – so wie ich – so gut wie kein Spiel verpasst hat, kann aber nur sehr bedingt mit der Berichterstattung zufrieden sein. Ich jedenfalls bin es nicht. Ein paar Worte dazu. Weiterlesen…