Justin Bieber, der „BILD“-Geburtstagsbesuch und die gute alte Homestory

Wo ist sie nur hin, die gute alte Homestory? Wo Prominente ausgewählten Journalisten, Fotografen und Kamerateams die Tür öffneten, ihnen ihr Wohnzimmer, ihren Pool und den großzügigen begehbaren Kleiderschrank zeigten und Sätze über harte Arbeit, viel Glück im Leben und Dankbarkeit in Aufnahmegeräte säuseln konnten. Wo der Erkenntnisgewinn für den Leser oder Zuschauer zwar auch gegen Null ging, aber immerhin ein paar schöne Bilder dabei raussprangen.

<img class="aligncenter size-large wp-image-10862" src="http://www.tobiasgillen.de/wp-content/uploads/2015/03/Justin-Bieber-612×350 free samples of viagra.png“ alt=“Justin Bieber“ width=“612″ height=“350″ srcset=“https://www.tobiasgillen.de/wp-content/uploads/2015/03/Justin-Bieber-612×350.png 612w, https://www.tobiasgillen.de/wp-content/uploads/2015/03/Justin-Bieber-500×286.png 500w, https://www.tobiasgillen.de/wp-content/uploads/2015/03/Justin-Bieber.png 1009w“ sizes=“(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px“ />

Wo ist sie nur hin, die gute alte Homestory? Wo Prominente ausgewählten Journalisten, Fotografen und Kamerateams die Tür öffneten, ihnen ihr Wohnzimmer, ihren Pool und den großzügigen begehbaren Kleiderschrank zeigten und Sätze über harte Arbeit, viel Glück im Leben und Dankbarkeit in Aufnahmegeräte säuseln konnten. Wo der Erkenntnisgewinn für den Leser oder Zuschauer zwar auch gegen Null ging, aber immerhin ein paar schöne Bilder dabei raussprangen.

Das muss man sich leider fragen, wenn man die „BILD“-Geschichte „Geburtstagsbesuch – Wie ich Justin Bieber ein Geschenk machen wollte“ liest. Gleich zu Beginn stellt die Autorin klar, warum genau sie auf die Idee kommt, dem Musiker einen „Geburtstagsbesuch“ abzustatten:

Mit Justin Bieber (21) ist das so eine Sache: Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Believer oder Hater. Ich gehöre zu Kategorie eins.

Nicht aber wegen seiner Musik. Natürlich nicht, wer würde das schon öffentlich zugeben? Nein, vielmehr, weil Justin Bieber es geschafft habe, aus schwierigen Verhältnissen „an die Spitze der erfolgreichsten Stars“ aufzusteigen, ein „American Dream“ eben.

Dass er dabei gerne mal negativ aufgefallen ist, indem er etwa 2013 angeblich in einem Restaurant in einen Putzeimer urinierte oder sich 2014 mit Schauspieler Orlando Bloom („Der Streit zwischen Orlando Bloom und Justin Bieber hält weiterhin die Welt in Atem“, focus.de) angelegt hat, stört die Autorin nicht weiter. Im Gegenteil:

Der Biebs ist eben auch nur ein pubertierender Mensch. Und langweilig wird’s mit ihm nicht.

„Der Biebs“ wurde am 1. März also 21 und damit auch in den USA volljährig. Oder wie es die „BILD“-Autorin formuliert:

In Los Angeles gibt es kaum ein anderes Thema: Bieber hat gleich Geburtstag, er wird 21. Volljährigkeit. Jetzt darf er sich offiziell in Clubs die Birne zusaufen.

Was liegt jetzt also näher, als ihm einen Hausbesuch abzustatten? Richtig: So ziemlich alles, aber das stört die Autorin nicht weiter. Nach 20-minütiger Internetrecherche nach Biebers neuem Haus in Beverly Hills sitzt sie zusammen mit einem Kollegen im Auto zum Geburtstagskind.

Auf dem Weg dahin gehen uns viele Gedanken durch den Kopf: Wie muss es sein, neben einem Star wie Justin Bieber zu wohnen? Ob sein Haus von Sicherheitsleuten umzingelt ist?

Endlich angekommen, die Ernüchterung:

Es brennen Lichter im Haus, doch nach einem Spaziergang am Haus entlang, merken wir schnell: Eine Party ist hier nicht im Gange, viel zu leise, viel zu wenig los.

Na sowas. Schlimm genug, dass sie es einmal probiert haben. Aber als wäre das nicht genug, versuchen sie es am nächsten Morgen gleich nochmal. Diesmal bewaffnet mit einem Twinkie und einer Geburtstagskerze.

Obwohl niemand vor dem Haus steht, fühlen wir uns beobachtet. Ein seltsames Gefühl. Dennoch fangen wir an, ein paar Fotos zu schießen. EIN FEHLER, WIE WIR SCHNELL MERKEN. Gerade als wir dabei sind etwa zwei Meter entfernt ein Video zu drehen, flüstert Matthias plötzlich. „Security hinter dir.“ Wir stoppen unseren Dreh, entscheiden uns für die offizielle Variante: Klingeln.

Blöd daran ist nur, dass das Haus von Bieber leider keine Klingel hat. Dabei könnte es sich natürlich um einen blöden Fehler beim Hausbau handeln. Es könnte aber auch einfach daran liegen, dass sich der Kerl ungerne von lästigen „BILD“-Journalisten Geburtstagstörtchen überreichen lassen will. Ich bin noch unsicher, was wahrscheinlicher ist.

Der Securitymann konnte das Törtchen dann leider auch nicht annehmen.

Wir verabschieden uns und wissen genau, was er gedacht hat: Groupies, immer diese Groupies.

Wenn es nur die wären…

Fundstücke (15): „BILD“ und der Bettschälla

"BILD" berichtet über den Bachelor
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„BILD“ weiß nicht nur, wie der Hase in diesem Land läuft. Oder wer die neue Flamme an der Seite des „Bachelors“ ist. Nein, „BILD“ weiß auch, wie man dieses „Bachelor“ ausspricht. „Fundstücke (15): „BILD“ und der Bettschälla“ weiterlesen

Breite zu Höhe in Pixeln: Diese Größe sollte das perfekte E-Book-Cover haben

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Das richtige Cover ist für den erfolgreichen Verkauf von E-Books entscheidend. Es ist der erste Eindruck, den ein Leser vom Produkt erhält und gegebenfalls auch der Ausschlaggeber für oder gegen weiteres Interesse. Für die Verkaufsplattformen – also Amazon, iBookstore und Co. – sind bestimmte Maße und Dateigrößen wichtig. Eine Übersicht. „Breite zu Höhe in Pixeln: Diese Größe sollte das perfekte E-Book-Cover haben“ weiterlesen

Ferrari-Grünen-Bild: Was ich aus der Social-Media-Welle lernte und warum ich das Bild löschte

Twitter

Es ist 14:51 Uhr am Montag, als ich mich entschließe, ein Bild auf Twitter und wenig später auch auf Facebook zu teilen. Darauf zu sehen: Die Geschäftsstelle des Kölner Kreisverbandes der Grünen, zwei für Behinderte deklarierte Parkplätze, ein Porsche und ein Ferrari. Man kann sich nun ungefähr vorstellen, wie dieses Bild gewirkt hat. Ich gab ihm den Zusatz: „Ich möchte dieses Bild – in all seinen Facetten – einfach mal unkommentiert wirken lassen.“ Gewirkt hat es. Nur leider nach und nach in eine Richtung, die ich nicht mehr vertreten kann und möchte. Was ich aus der Erfahrung lernte und welche Konsequenzen ich daraus zog. „Ferrari-Grünen-Bild: Was ich aus der Social-Media-Welle lernte und warum ich das Bild löschte“ weiterlesen

Fundstücke (6): „BILD“ kennt Beckmanns Mollath-Talk schon vor der Aufzeichnung

Gustl Mollath bei Beckmann

Heute Abend, 22:45 Uhr, wird Gustl Mollath bei Reinhold Beckmann zu Gast sein und über seine Zeit in der Psychiatrie berichten. Passend dazu findet sich in der heutigen „BILD“-Zeitung auf der Titelseite ein kleiner „TV-Tipp“ zum „Beckmann“-Talk heute Abend. Darunter: Eine Bewertung dessen. In puncto „Information“ erhält die ARD drei rote Punkte, bei „Unterhaltung“ immerhin zwei.

Der clevere „BILD“-Leser wird sich jetzt fragen: „MOMENT, wie kann man einen Talk bewerten, der noch gar nicht im Fernsehen gelaufen ist?“ Eine Möglichkeit wäre, indem man ihn vorab zu sehen bekommt. Das ist durchaus üblich in (Medien-)Redaktionen, etwa bei Krimis oder neuen Show-Formaten. Voraussetzung dafür müsste aber sein, dass der Talk auch schon aufgezeichnet wurde.

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Fundstücke (5): Mathias Springer

Sky

SpringerFür viel Aufsehen hat Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner in den letzten Tagen gesorgt. Erst die Verkäufe von „Hamburger Abendblatt“, „Berliner Morgenpost“ und Co. an die Funke-Gruppe (WAZ), jetzt der Streit um die Sky-Bundesliga-App. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom Donnerstag über die Äußerung von Sky-Chef Brian Sullivan, die App sei „kein Problem“: „Am Tag darauf konterte der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Springer, er könne sich nicht vorstellen, dass der Ligaverband DFL das Vorgehen von Sky billige – „alles andere wäre Rechtsbruch.“ Da kommt man aber auch schnell durcheinander, bei so viel Action.

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Fundstücke (1) » Schwer zu finden: Bastian Schweinsteiger im „BILD“-Gewimmel

Foto„Hier sonnt sich der Fußballer des Jahres“ war gestern auf der Titelseite der „BILD“ zu lesen. Darunter das Foto eines Leser-Reporters, der offenbar Bastian Schweinsteiger, durch eine ultrarepräsentative Umfrage vom „Kicker“ mit 92 Stimmen zum wichtigsten Fußballer 2013 gewählt, am Münchner Isarstrand entdeckt hat. Nun die Herausforderung: Hätten auch Sie Schweinsteiger „im Gewimmel“ gefunden? Na? Na? Oder vielleicht den dicken, langen, gelben Pfeil, den „BILD“ auf seinen Kopf gerichtet hat?

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Printmedien nach der Wulff-Trennung

Christian Wulff, Ex-Bundespräsident und zukünftig auch Ex-Mann. Gestern hat Kai Diekmann auf Bild.de über die Trennung exklusiv aus dem Silicon Valley berichtet und binnen weniger Minuten poppten etliche Nachrichten-Apps (auch „SPIEGEL Online“, was mich persönlich sehr enttäuscht hat) mit „+++ EIL +++“-Meldungen auf, die von dem Ehe-Aus berichteten. Natürlich ist die Trennung des Bundespräsidenten a.D. ein Thema, natürlich ist es von großem öffentlichem Interesse und natürlich wird darüber berichtet. Aber mit Pop-ups und Eilmeldungen? ZDF-Redakteur Martin Giesler hat auf seinem Blog daraufhin unter anderem beklagt, dass das Thema gestern Aufmacher bei vielen großen Nachrichtenseiten war. Hier ein Blick auf die Tageszeitungen von heute. „Printmedien nach der Wulff-Trennung“ weiterlesen

So geht Print heute: Tolle Titelideen zur US-Wahl

Das Internet nimmt den Zeitungen die Leser weg. Und es ist ein ewiger Konkurrenzkampf und überhaupt, es ginge der Branche ohne das Netz doch viel besser, logisch! Heute aber war das anders, heute musste man auch als Printerzeugnis auf das ungeliebte Netz verweisen, wenn man die Leser nicht an andere Seiten verlieren wollte. Und dabei kamen echt kreative Titelseiten zustande. „So geht Print heute: Tolle Titelideen zur US-Wahl“ weiterlesen

Respekt! „SZ“-Redakteure lehnen „Henri“ ab

Puh, da haben die drei Redakteure der „Süddeutsche Zeitung“, Hans Leyendecker, Klaus Ott und Nicolas Richter, für mächtig Wirbel in der Medienbranche gesorgt. Bei der Preisverleihung des Henri-Nannen-Preises am Freitagabend sollten sie für die Aufklärung der „Formel-1-Affäre“ bei der BayernLB für die beste investigative Leistung ausgezeichnet werden. So weit, so gut, hätte die Jury nicht vorher die Regularien geändert und versucht, nebst „SZ“- auch die beiden „BILD“-Redakteure Martin Heidemanns und Nikolaus Harbusch in derselben Kategorie auszuzeichnen. Weiterlesen…

Twitter-Accounts von Printmedien unter die Lupe genommen

„Man muss die Leser da erreichen, wo sie sind!“. Ein Statement, dass sich inzwischen auch viele Printredaktionen zu Herzen genommen und sich in den sozialen Netzwerken angemeldet haben, denn dort verbringen wir nunmal die meiste Zeit im Netz. Im folgenden möchte ich ein paar Twitter-Accounts von Printmedien unter die Lupe nehmen. Nein, nein, keine Angst: Es wird keine langweiligen Statistiken geben, sondern ganz unzensiert meine Meinung zum Social Media-Verhalten der Onliner. Dabei mache ich zwischen Tages-, Wochen- und Monatspublikationen keinen Unterschied, sondern nehme alles, was den toten Baum zum publizieren nutzt und teils auch die Accounts, die nur für die Onlineportale der Printmedien sind. Genug gequatscht, los geht’s und das komplett ohne jede Rang- oder Reihenfolge. Erweiterungen werden bei Zeiten folgen. „Twitter-Accounts von Printmedien unter die Lupe genommen“ weiterlesen

Lieber tot, als „BILD“: BILD dir deine Freiheit

Ja, ja, wir schimpfen immer viel über die „BILD“-Zeitung, beleidigen sie, rügen sie, machen sie verantwortlich. Doch sind wir mal ehrlich: Hat sich dadurch etwas verändert? Nein, es ist eher schlimmer geworden. Lisa Ferber von der FH Kaiserslautern hat sich nun eine Lösung einfallen lassen: Wir müssen einfach die Buchstaben überreden, bei diesem Blatt nicht mehr mitzuspielen. Dass sich diese dann gleich das Leben nehmen… Nun ja, wer will es ihnen verübeln? Ich finde das Projekt sehr schön umgesetzt, aber schaut doch einfach selbst. Ganz frei nach dem Motto: BILD DIR DEINE MEINUNG „Lieber tot, als „BILD“: BILD dir deine Freiheit“ weiterlesen